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Vorhandene, reviewte Scheiben
-A-
Âme Immortelle, L' - Als die Liebe starb
Âme Immortelle, L' - Auf deinen Schwingen
Apokalyptischen Reiter, die - Riders on the Storm
-B-

-C-
Communic - Conspiracy in Mind
Communic - Waves of Visual Decay

-D-

-E-
Equilibrium - Demo 2003
Equilibrium - Turis Fratyr

-F-

-G-
Grave Digger - Heart of Darkness

-H-
Heaven Shall Burn - Deaf to our Prayers

-S-
Savage Circus - Dreamland Manor
Scar Symmetry - Symmetric in Design
Scar Symmetry - Pitch Black Progress

__________________________________________


Die Apokalyptischen Reiter - Riders on the Storm
Ein brandneues Reiter-Album mit gewohnt konfusen Metalmischungen.
Ein Mix aus Folk- Death und anderen Unterarten warten auf den Hörer. Allgemein sind die Songs durchgehend auf hohem Niveau und tendieren von härterem Stoff (Soldaten dieser Erde, Himmelskind) über Folkhymnen (Seemann) sowie Headbangzwang (Friede sei mit dir, Riders on the Storm) bis zu ruhigeren Balladen und Instrumentals (In the Land of white Horses, Mmmh). Die Texte sind gut, wobei manche keinen besonderen Sinn ergeben.
Den Sound nun noch an zwei Songbeispielen:
Riders on the Storm - Der Titeltrack startet heftig und Fuchs brüllt uns die erste Strophe entgegen. Dann folgt eine kurze Bridge in Forme eines Akustikgitarrenparts, das Schlagzeug kommt dazu und mit einem Schrei und Bombastgeschreddere wird der Refrain eingeläutet. Der kommt extrem fetzig daher und hat Mitgröhlfaktor (We are the riders on the Storm...). Dann kommt nach der 2. Strophe und Refrain ein Solo, welches sich gut eingliedert, aber nicht herausragt. Mit einer Akustik-Auskling-Refrain Version endet das Lied.
Revoluton - Am Anfang ein recht heftiger, man möchte fast sagen unkoordinierter, Start wieder mit ein wenig Textgekreische (Gekreisch heißt nur, dass er nicht klar singt). Dann kommt eine, wie soll ich es beschreiben, Jazz (???) Passage mit Akustikgitarren, Trompete usw. und das nur um mit voller (Metal)Kraft in den Refrain einzubrechen. Danach haben wir dann eine Operngesangspassage, zumindest klingt Herr Fuchs so, die nur von Klavier und leichter Gitarre sowie Drums begleitet wird. Mit ein bisschen Midtempo/Uptempo Geschredder klingt es dann aus.
Fazit: Man darf die Reiter eigentlich nicht in eine Schublade stecken. Wie man dieses Album noch näher beschreiben sollte ist, wohl eine ungelöste Frage. Aber zwei Sachen stehen fest. Sie haben die Idee genial umgesetzt und das ist das beste Reiteralbum bis dato. Kaufen, einlegen, genießen. Abzüge gibt es nur wegen dem Instrumental (In the Land of white Horses) sowie "Mmmh", da diese nicht so berauschend sind und die Höchstpunktzahl vergeigen.
9/10


Communic - Conspiracy in Mind
Progressive Metal vom Feinsten. Die Norweger zeigen mit ihrem sackstarken Debut, was sie können.
Communic wurden ja schon mit ihrer Demo, die übrigends auch Conspiracy in Mind hieß, mit Lorbeeren überschüttet. 2005 kam dann ihr Debut auf den Markt und alles Lob war gerechtfertigt. Es gibt wenig Scheiben, die einen während der gesamten Laufzeit den Unterkiefer runterklappen lassen. Die Songs sind alle durchweg über 6 Minuten lang, wobei die beiden Bonustracks der Ltd. Edition eine Ausnahme bilden. In diesen findet sich alles von Melodischem Gesang bishin zu starken Knüppelpassagen. Falls jemand beim Hören ein Deja-vu erlebt, ist das nicht ungewöhnlich. Die Band ähnelt stark Nevermore aber übertrumpft sie mit dem Debut eigentlich schon:
Conspiracy in Mind - Titeltrack und Opener sowie bester Song von Communic und der CD. Mit einem kurzen Stakkatoriff geht es los und die erste Strophe ballert einem entgegen. Danach kommt der melodische Refrain. Nach der zweiten, etwas langsameren Strophe kommt ein schleppender Zwischenpart und dann eine Akustikeinlage, die in einen "bedrohlichen" Gesangspart übergeht. Dann kommt ein Stück mit dem das Lied auch ausklingen könnte, wird dann aber doch wieder schneller und *ping* brettert es nochmal mit voller Breitseite los. Dann endet es nach einer weiteren Minute aber wirklich.
Ocean Bed - Nur mit der Gitarre fängt dieses Stück an, dann kommen nach und nach die restlichen Instrumente dazu. Als es melodischer wird beginnt der unglaublich ausdrucksvolle Gesang. Dann wird es in einer Art Bridge wieder etwas heavier um daraufhin wieder abzuklingen. Dann kommt eine andere Bridge und der Refrain. Dann wird immer wieder mit diversen Songstrukturen experimentiert bis das Stück endet. Es ist komplett im Midtempo gehalten.
Fazit: Die beiden beschriebenen Songs sind nur ein kleiner Bruchteil dessen, was den Hörer auf dieser Scheibe erwartet. Progressive Kunst von der ganz großen Klasse wird hier geboten und das über eine Stunde lang. Bei manchen Scheiben besteht der Drang immer wieder auf Repeat zu drücken, dies ist so eine. Ganz große Kunst und eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für jeden!
10/10


Heaven Shall Burn - Deaf to our Prayers
Gnadenloses Deathcore/Melodic Death Metal Brett mit 11 nackenbrechenden Songs.
So ungefähr lässt sich der neue Output von den Deutschen Vorzeige-Deathcorern beschreiben. 48 Minuten Geballer ohne Kompromisse. Mal einfach brutal und knüppelnd (z.B. Counterweight, Biogenesis) oder auch emotional (z.B. Of no Avail, mybestfriends.com). Natürlich sind letztere keine Balladen oder sowas dergleichen, aber es sind musikalische Emotionsbomben und das bringt der Shouter auch gut rüber. Auf cleanen Gesang oder dergleichen wird sowieso verzichtet, und das ist keinesfalls negativ. Einen Knüppelsong und einen Emotionssong werde ich noch einmal näher beschreiben:
Counterweight - Der Opener ist schon gleich eine richtige Blastbombe. Nach einem furiosen Intro ein schleppender Strophenpart, doch dann wird losgebolzt wie nichts gutes. Im Refrain ("You cannot save me, I am the counterweight") fährt der Song wieder ins Midtempo zurück. Im selben Tempo endet er dann auch.
Of no Avail - Nach einem sehr kurzen Akustikintro geht der Song dann schon mit einer genialen Melodie los. Der Song ist nicht so ultraschnell aber verbindet heftiges Geknüppel mit dunklen Emotionen und dieser Mix, den Heaven Shall Burn genau richtig machen, ist der Grund für die Genialität dieses Songs.
Fazit: Ich kenne die anderen Werke von Heaven Shall Burn nicht aber diese CD ist der Hammer von einem Deathcore Werk. Es knüppelt, wird aber nicht langweilig. Es ist emotional, aber kein Emocore. Wer eine knapp 50minütige Killerbombe haben will der sollte bei diesem Werk zugreifen. Auf der Ltd. Edition ist noch eine Bonus DVD mit 10 nackenbrechenden Livetracks. Für Leute mit schwachen Nerven ist dieses Album nichts, aber die sollten dann auch eher nach dem neuen Wolfgang Petry Album suchen.
9/10


Equilibrium - Demo 2003
Wir schreiben das Jahr 2003 und eine noch unbekannte bayrische Band bringt ihre Demo auf den Markt. Diese schlägt ein wie eine Bombe und die glücklichen Besitzer der 200 Exemplare sind zu Raritätenbesitzern geworden. Der Sound ist für eine Demo erstaunlich gut, könnte auch schon locker ein Full-Length sein. Weitestgehend sind die Songs auch auf dem aktuellen Output zu finden. Einzige Ausnahme sind das Intro "Wigrid", der Opener "Nach dem Winter" sowie das Outro. Nach dem Winter stelle ich jetzt noch etwas näher vor:
Eingeleitet vom epischen Intro "Wigrid" ballert uns der Opener zunächst mit einem ca. 20 sekündigen Schrei entgegen. Danach fetzts dann auch schon ordentlich mit der Doublebase drauflos und es werden uns schwer verstehbare heidnische Texte entgegengeschleudert. In verschiedenen Tempostufen zieht es sich durch das ganze Lied und, die entscheidende Sache, es wird niemals langweilig. So geht es auch allen anderen Liedern.
Fazit: Ich fresse einen Besen, dass das eine Demo sein soll. Diese Qualität ist meisterhaft, die Stücke episch, lustig und ernst. Alles wird geboten. Es mag etwas übertrieben klingen aber diese Demo ist ein Meisterwerk und wird auch als solches benotet!
10/10

Grave Digger - Heart of Darkness
Je älter desto besser?
Nein! Bei Grave Digger eigentlich definitiv nicht. Die ersten fünf Werke waren zwar allesamt gut, aber nicht so gut wie dieser Longplayer aus dem Jahre 1995. Geboten wird das, was man bis heute von den Grabschauflern verlangt. Powervoller Heavy Metal verpackt in handliche elf Songs. Es finden sich alle Arten von Liedgut auf dem Album. Böses Intro, schneller Opener, bombastischer Titeltrack bis zur Abschlussballade. Gerade diese Ausgewogenheit macht das Album so kurzweilig. Um sich das ganze ein wenig besser vorzustellen, hier zwei Songs:
Demon's Day - Mit einem kurzen Intro wird der Song eingeläutet. Mit einer schleppenden Gitarrenpassage geht es in die erste Strophe über. Im Refrain sind später auch mal Doublebase Parts zu hören. Kurze Soli, die wechselhaft auftauchen, unterstreichen das Lied. Gegen Ende gibt es noch ein langes Solo und mit dem Refrain klingt das Stück aus.
Heart of Darkness - Ein Song mit Überlänge. Dieses Lied beehrt uns mit fast 12 Minuten Musik. Die ersten Zweieinhalb ziehen wir für ein sehr gutes Intro ab. Danach läuft ein typischer Song/Refrain Wechsel ab, der im Midtempo gehalten ist. Nach insgesamt 6 Minuten kommt eine Bridge mit einer unheimlichen Stimme, die etwas erzählt. Im Hintergrund hört man Regen, Schüsse. Dann noch ein Solo und der Refrain und diese 12 Minütige Verzückung ist (leider) vorbei.
Fazit: Dieses Album ist bis jetzt das beste Grave Digger Album was je veröffentlicht wurde. Es bietet am Meisten Abwechslungsreichtum und ausgefeilte Musikstücke. Das einzige was den Besitzern der Normalen Fassung auffallen könnte, ist, dass diese keine Ballade enthält. Nunja, sie sollten sich mal nach dem Digi umhören, dort finden sie das tolle "Dolphins Cry". Grave Digger haben nie wirklich schlechte Alben released, aber dieses ist das beste!
9/10

Equilibrium - Turis Fratyr
Eventuell das beste Epic-Viking-Pagan-Folk-Metal Werk das es je gab.
Und das ist ganz sicher nicht so, weil diese Bezeichnung eher selten ist aber das ist nunmal die ungefähre Bezeichnung dieses Albums. Und was für ein Album! 9 nackenbrechende Kracher und 4 Instrumentals, die für die nötige Epik sorgen, werden einem hier geboten. Die Songs erfassen das komplette Spektrum von Knüppelattacken (Wingthors Hammer), Saufliedern (Unter der Eiche, Met), progressiv angehauchte Stücke (Die Prophezeiung, Nordheim) und Bombast-Überlängekracher (Widars Hallen, Tote Heldensagen). Das ganze ist schön auf Deutsch, was zumindest uns Inländern noch einmal Freude bereitet. Ein paar der Titel sollten den Demo-Hörern bekannt sein, denn sie wurden in ein schöneres Klanggewand gepackt und hier mit drauf. Somit ist es für Nicht-Demo Besitzer auch nicht so schlimm. Lediglich "Nach dem Winter" fehlt, aber es muss ja auch einen Demo Bonus geben. So jetzt noch ein Kult-Sauflied und eine Epikbombe näher beschrieben:
Met - Am Anfang ist das Schaf. Jemand tritt in eine Taverne ein, aus der die Metmelodie schon dudelt. Nach der ersten, sehr amüsanten, Strophe (Kennst du den Urknall aus dem Horn...) kommt der kultverdächtige Refrain "Metmetmetmetmetmet....". Dasselbe wiederholt sich nochmal mit der zweiten Strophe. Dann ein kurzes Instrumental, und zum Schluss ein Ausknall mit dem Refrain. 2:23 Genickbrechattacken.
Tote Heldensagen - Bester Nicht-Saufsong des Albums. Baaaam - Baaaam - Baaaam... und dann kommt er langsam in die Gänge. Ungefähr so leise wie ein Leopard Panzer bei einem Anschleichversuch. Es wird alles geboten in diesem Song. Bombasteinlagen, Doublebaseattacken, Ambient-Soli und natürlich Viking-Pagan-Folk in erster Güte. Dieser Song ist einer der besten Songs dieses Genres, ob er einer der besten der Metalwelt ist weiss ich nicht, dafür kennen wir alle sie zu wenig.
Fazit: HAMMER! Equilibrium sind zusammen mit den nicht Genre-Verwandten Prog-Metallern Disillusion die deutsche Referenz-Metalband. Kaum ein Album schafft es einen so lange in seinen Bann zu ziehen. Und wen es in seinen Bann gezogen hat, den lässt es nicht mehr los. Buy or dir or ihr seid selber schuld. Ein Meisterwerk!
10/10

L'Âme Immortelle - Als die Liebe starb
(Music Cube - Gothic/Darkwave - 48:14) Abwechslungsreiches Machwerk der 2 Österreicher.
Neben diversen Gastmusikern stehen hinter dieser Band nur 2 Personen. Ein Mann und eine Frau. Er ist für die männlichen Gesangspart sowie für den Keyboardkrams verantwortlich und sie bezaubert die Hörer nur mit ihrer Stimme.
"Als die Liebe starb" ist ihr Streich aus dem Jahr 2002. Neben einer 60:40 Mischung Englisch/Deutscher Texte bieten sie auch musikalisch eine größere Vielfalt. Es gibt rockigere, in den Gothic Metal gehende Stücke (Aus den Ruinen, Im Tod vereint) und die ruhigeren Stücke die oftmals nur Keyboardunterlegung haben (Tiefster Winter, Have I ever?, Lake of Tears). Als dritte Variante haben wir dann noch ein Stück wo keiner so genau weiß was es eigentlich ist (21. Februar). Am besten fällt es wohl in die Kategorie "verstörende Geräusche". Die beiden Hauptaspekte des Albums werden jetzt noch einmal mit jeweils einem Lied besser beleuchtet.
Aus den Ruinen - Das mit Abstand rockigste Stück des Albums. Die ruhigeren Strophen singt die Sängerin und im Refrain geht es zur Sache. Dieses Duett klingt sehr gut und die Symbiose Darkwave/Metal passt perfekt.
Lake of Tears - Dieses Stück wird fast nur von Elektronik begleitet und in diesen Stücken steht die Sängerin eindeutig im Vordergrund. Aber auch hier ist im Refrain der Herr zu hören und er zeigt, dass er auch richtig gut singen kann.
Fazit: Wenn man ein wenig vom Klassischen Metal abweicht und sich auch einmal zu den dunkleren Gefilden der Gothics begibt dann kann einem das Album durchaus Spaß machen. Es gibt zwar auch eins, zwei Hänger aber ansonsten bietet L'Âme Immortelle einem ein abwechslungsreiches Album mit einer herausragenden Gesangsleistung, die die Note noch um einen Punkt anhebt!
8/10

L'Âme Immortelle - Auf deinen Schwingen
(GUN Records - Gothic/Darkwave - 59:29) Der neueste Streich des Österreicher Gothic Duos.
15 Tracks (Ltd. Edition) bietet der neue Longplayer der Band. Die Palette an Songs ist groß. Man findet neben Gothicmetalsongs auch Elektronikhochburgen, Depressive Balladen und poppigere Metalsongs. Insgesamt ist das neue Album etwas mainstreamiger ausgefallen. Zum großen Durchbruch langte es aber dennoch nicht.
Diese Entwicklung ist auch keinesfalls negativ denn wir haben immer noch einen Haufen guter Stücke auf dem Album. Es wird mittlerweile sehr viel mehr Deutsch gesungen als noch auf den Vörgängeralben. Würde man sich die Frau wegdenken, und das sollte man auf keinen Fall tun, und den Musikschwerpunkt auf Metal legen wäre man wahrscheinlich bei einer Art Oomph! Klon.
Dies ist aber nicht so und deswegen geben uns L'Âme Immortelle auch auf ihrem neuen Werk den gesunden Mix aus tieftrauriger Depressivität (Titeltrack, Destiny) über Gothicmetal Einlagen (Nur Du, Phönix ) und auch den Elektrosongs (Dying Day). Einblicke in 2 Songs gibt es jetzt.
Auf deinen Schwingen - Der Titeltrack und Opener hat sehr ruhige weiblich gesungene Strophen (bis auf die dritte) und einen männlich gesungen Refrain. Gitarre ist recht wenig vorhanden ist aber bei Einsatz ein wesentlicher Bestandteil.
Dying Day - Bonustrack der Ltd. Edition und eine der "Elektrohochburgen". Er klingt stellenweise sehr eintönig und ist definitiv ein Song den man auch gut nebenbei dudeln lassen kann.
Fazit: L'Âme Immortelle haben eine positive Weiterentwicklung gemacht. Die Songs klingen energievoller und frischer als die auf den anderen Alben. Abwechslungsreicher und durchdachter. Das einzige was immer noch gleich ist, ist die herausragende Gesangsleistung der beiden. Auch live ein Hochgenuss. Ob man das noch steigern kann ist fraglich. Nötig ist es jedoch nicht.
9/10

Savage Circus - Dreamland Manor
(Dockyard 1 - Power Metal - 57:15) Blind Guardians Erben?
Diese Frage stellt sich wirklich bei den ersten Durchläufen von "Dreamland Manor". Dass es so ähnlich dem Guardian Stil der Mitt-Neunziger ist liegt wohl am Drummer Thomen Stauch, der auch lange bei Blind Guardian die Stöcker geschwungen hat. Die weitere Besetzung ist ebenfalls nicht gerade unbekannt. Da wären Piet Sielck, seines Zeichens Frontmann bei Iron Savior, und Jens Carlsson der auch bei Persuader und Dark Empire seine Finger im Spiel hat. Die im Durchschnitt 6:35 Minuten langen 9 Songs des Albums fahren einen mächtigen powervollen Mix aus Power- und Speedmetal auf. Welche Energie die Songs haben wird jetzt beschrieben.
Evil Eyes - Der Opener des Albums und ein Promo-Track zu dem auch ein Video existiert (Youtube ist dein Freund). Speedmetal-lastig in den Strophen und ein wunderbarer Refrain bei dem sich eventuell die Nackenhaare vor Erfurcht aufrichten. Das Gitarrenriffing ist beim ganzen Song auf einem gottesgleichen Niveau. Das Drumming auch.... eigentlich alles!
When Hell awakes - Viele Härtegradsunterschiede gibt es bei dem Album nicht aber "Beyond Reality" ist der softeste und "When Hell awakes" der härteste. Das merkt man schon am donnernden Refrain. Auch ansonsten ein sehr schneller, durchgehend powervoller Song!
Fazit: Man könnte schimpfen, dass diese Band so ungestraft bei Blind Guardian abgeguckt hat aber man lässt es lieber sein und freut sich lieber, dass es wieder eine Band gibt, die die richtig gute Guardian Zeit wieder aufleben lässt. Live ebenso eine Bombe (LNOE!!) und von daher eine absolute Empfehlung für alle die mit Power Metal auch nur ansatzweise etwas zu tun haben, nicht nur für Guardian-Fans. Als letzter Tipp sei noch die am 26. Februar erscheinende Live-DVD "Live in Atlanta" zu erwähnen aber die ist nicht, im Gegensatz zu diesem Album, ein Must-have!
9/10

Communic - Waves of Visual Decay
(Nuclear Blast - Progressive Metal - 72:23) Progressive Attacke, Part II.
Was man in lediglich einem Jahr aus dem Boden stampfen kann demonstrieren Communic eindrucksvoll. Kaum ist der Vorgänger "Conspiracy in Mind" ein wenig verklungen schießen Communic einen weiteren LONGplayer (72 Minuten in der Limited Edition) aus dem Boden. 7 der lediglich 9 sehr langen Songs sind neu, die beiden Bonustracks stammen von der Demo und sind uns schon vom Vorgänger bekannt. Was ist also großartig passiert? Dieses Album ist eindeutig ein Fall von Überkreativität. Andere Bands würden Monate brauchen um einen Song so auszufeilen wie diese Norweger es tun. Der kreative Kopf, Sänger und Gitarrist der Band, Oddleif Stensland macht dies sogar fast im Alleingang. Wobei man die Arbeit des Bassers und des Drummers nicht unterschätzen sollte. Beide Parts sind nötig um dieses Stück Musik zu einem vollkommenen Kunstwerk werden zu lassen. Diese Kunstwerke auszugsweise vorgestellt:
Under a luminious Sky - Senderähnliche Geräusche sind das erste was man nach einlegen der Scheibe zu hören bekommt. Kurz darauf rollt der progressive Kampfpanzer auch schon los. Ein aggressives Riffing, welches sich noch einmal verändert, geht in die erste Strophe über. Nach dem ersten Refrain wird die Melodie einmal komplett umgekrempelt. Sie bleibt nun bis zum Ende des Stückes (8:22) im Midtempo und weist eine unglaubliche Verspieltheit und technische Perfektion auf.
Waves of Visual Decay - Am Anfang war die Akustik! Und das gut eine Minute. Bis wir in ein kurzes Riffing reingespült werden und dann in die ebenso akustische Strophe. Zwischendurch bieten sich auch wieder Stellen zum austoben. Was beschreib ich den Scheiß eigentlich? KAUFEN!
Fazit: Nevermore, ihre "großen" Brüder, sollten sich erfürchtig verneigen denn sie wurden grade von ein paar Leuten die nur ihre Musik spielen in die Tasche gesteckt. Dieses Album weist so einen hohen Abwechslungsreichtum auf und steht seinem Vorgänger um nichts nach. Deswegen ist es eine Schande, dass die Jungs so sträflich ignoriert werden (Die Box des Albums, welche auf lediglich 500 Exemplare limitiert ist, ist bei NB noch nicht vollständig ausverkauft). Anspieltipps? Das gesamte Album. Jeder der Progressive mag hat hiermit eine Kaufverpflichtung und andere Metalfans sollten zumindest ausführlich reinhören. Zwingen kann ich niemanden! Aber ein dickes Lob und ein "Weiter so" von meiner Seite und die Freude die ich beim Hören hatte soll angemessen belohnt werden!
10/10

Scar Symmetry - Symmetric in Design
(Metal Blade - Melodic Death Metal - 49:10) Erstlingswerk einer überaus talentierten Band.
Wir schreiben das Jahr 2005. Schon seit Jahren schießen in Schweden die Melodeath-Bands wie Pilze aus dem Boden. Die meisten verschwinden dahin auch wieder doch manche schaffen es sich zu etablieren und gleich einen großartigen Labelvertrag zu bekommen. So auch Scar Symmetry. Erst 2004 gegründet und schon ein Jahr später bei Metal Blade. Die Jungs spielen Melodic Death Metal. Jedoch nicht wie In Flames oder Dark Tranquillity, Schwedens Vorzeige Knüppler. Nein, Scar Symmetry sind anders. Sänger/Shouter/Growler Christian Älvestam hat eine unglaubliche Vielfalt an Tonlagen drauf. Mal singt er in einer gänsehauterregenden Stimme clean, manchmal schreit er als hätte man ihm seinen Teddy geklaut und manchmal grunzt er tiefer als ein Uruk-Hai. Von den unglaublichen Spielqualitäten der Band gar nicht zu reden. Nunja, 2 Songs:
Chaosweaver - Der Opener! Er beginnt mit einem coolen Riffing und bolzt dann auch ohne Vorwarnung los. Bereits hier wird zwischen Growls und Gesang gewechselt als wäre es nichts. Eine alte Weisheit von mir besagt, dass wenn der Opener stimmt das Album auch nicht schlecht werden kann, so auch hier.
Obscure Alliance - DAS ROCKT! "UARH!" und dann ein Riffing das unglaublich Power macht und sehr rockig ist. Perfekt zum moshen! Dazu kommt der geniale Refräng und ein absolut göttliches Solo gegen Ende des Liedes. Soooo geil und macht echt Spaß! Ein echter Party Hit des Death Metals!
Fazit: Scar Symmetry sind geil! Gut was neues? Das Album ist auch geil! Man bedenke, dass es ein Debut Album ist. Zu Anfang musste ich mich reinhören doch mittlerweile ist es eins der Alben die ich aus meinem Regal nicht wegdenken kann. Es ist jetzt eine dumme Situation "weiter so" zu sagen, da der Nachfolger bereits draußen ist. Jedoch bei einem anderen Label... Nuclear Blast! Falls Scar Symmetrys Erfolgsgeschichte so weiter geht, wird sich Metal Blade ärgern, diese Band rausgeworfen zu haben. Ich halte mich aufgrund des Nachfolgers bewusst mit der Punktzahl zurück. Geil! Kaufen!
8/10

Scar Symmetry - Pitch Black Progress
(Nuclear Blast - Melodic Death Metal - 59:15) Neues Label, neue Lieder, besser?!?!
Gleich vorab, ja, dieses Album ist noch ein Quäntchen besser als der ein Jahr ältere Vorgänger. Technisch ausgefeilter und ein Ecken progressiver kehren Scar Symmetry mit ihrem Longplayer von 2006 zurück. Nuclear Blast heißt nach Metal Blade das Zuhause der Band. Schon wieder eine große Produktion also. Jedoch lassen sich die Schweden nicht vom Erfolg blenden und gehen ganz unaufhaltsam ihren eigenen Weg, der hoffentlich irgendwann mal zur vollkommenen Perfektion führt. "Pitch Black Progress" bietet alles was der Vorgänger hatte, also aggressive und groovende Riffings, makellosen klaren Gesang und böse Growls. Neu und häufiger sind die fiesen Shouts die sehr gut zu den Songs passen. Wie genau, das wird erklärt:
Pitch Black Progress - Der Titeltrack. Wieso reviewt der Totengräber immer den Titeltrack? Nunja immer nicht aber häufig. Darum! Dieser Track rockt! Eingängige, einprägsame Strophen bolzen sich ihren Weg und der schleppende Refrain kommt dazu. Sehr schöne 2-Gesangsspur. Doch ab der 2 Minute beginnt der geilste Part. Ein super aggressiver Shout mit passender Melodie der sowas von GEIL (!!!!) rüberkommt dass man einfach mitschreien muss. Toll!
Calculate the Apocalypse - Meiner Meinung nach ein tolles Beispiel für die Symbiose brutaler Death Metal Härte und Melodic Metal Klängen. Beginnt der Song erst mit viel Gebolze und Gegrunze stellt sich schon nach der ersten Strophe der cleane Gesang ein der auch zum Bolzigem gut passt! So geht es auch weiter. Ein Wechselspiel der Gewalten. Und das toll, einfach toll!
Fazit: Wer die Platte nicht hat ist selber Schuld oder mag Schweden und/oder Melodic Death Metal nicht. Scar Symmetry sind anders aber wirklich gut. Auch Vergleiche zu den Kollegen Soilwork ziehen nicht. Die Jungs muss man kennen! Wer nach dem Debut noch nicht überzeugt war wird es jetzt wohl sein und, wie meine Wenigkeit, auf ein neues Album warten. Dass diese Band im Oktober vergangenen Jahres mit Communic zusammen aufgetreten ist, und ich nicht dabei war wurmt mich gewaltig. Aber trotzdem gilt: BOXEN AUF, MÄHNE SCHÜTTELN!!
9/10



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